Gabriel A. Goldberg, M.A.
Gabriel A. Goldberg, M.A.

Im Teil II dieser Reihe zur biblischen Endzeit-Prophetie betrachten wir etliche Beispiele zur Wiederherstellung Israels. Diese helfen uns, aktuelle und zukünftige Ereignisse zu verstehen, weit verbreitete Missverständnisse zu klären und „politisch korrektes“ Denken zu überprüfen.

Zwei wichtige Zeichen der Endzeit, die in der Bibel genannt werden, sind 1) die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel und 2) das Blühen dieses öden Landes. Israels Nichteinhaltung der Gebote Gottes hat zu göttlichem Gericht und zu fast 2000 Jahren Exil geführt und dazu, dass das ehemals als von Milch und Honig überfließend beschriebene Land zur Wüste wurde. Diese Härte traf auch die Eroberer des Landes: „So will ich das Land wüst machen, dass eure Feinde, die darin wohnen werden, auch verwüstet werden“ (3. Mo. 26, 32, hebr. Bibel). Keiner von ihnen konnte dauerhaft Fuß fassen oder langfristig aufblühen.

Einige Propheten beziehen sich auf die künftige Wiederherstellung der Vegetation, die Bewässerung des Landes, die Wiederaufnahme der landwirtschaftlichen Aktivitäten und die überreichen Ernten, wenn das jüdische Volk zurückkehrt. Einer davon ist Hesekiel.

Das wunderbare Neuerblühen des Landes Israel ist Gottes Zeichen der Zustimmung für die Rückkehr der Juden in ihr Land und für ihr rechtmäßiges Besitzrecht desselben vor allen andern.

In Kapitel 36 spricht Gott direkt zu Israel als Land: „Aber ihr Berge Israels sollt wieder grünen und eure Frucht bringen meinem Volk Israel, denn bald sollen sie heimkehren“ (Vers 8, Hervorhebung durch mich). Das Land Israel blüht, wenn die Juden zurückkehren, aber nicht für die Eroberer. Ausser ein Zeichen der Endzeit zu sein, bestätigt diese Entwicklung den rechtmäßigen Eigentümer des Landes und bedeutet eine Verherrlichung von Gottes heiligem Namen.

Die einleitenden Verse dieses Kapitels erwähnen Gottes Zorn über die Nationen, die dem jüdischen Volk das Land Israel genommen haben, und es hochmütig als ihr eigenes beanspruchen. Das wunderbare Neuerblühen des Landes Israel ist Gottes Zeichen der Zustimmung für die Rückkehr der Juden in ihr Land und für ihr rechtmäßiges Besitzrecht desselben vor allen andern.

Diese göttliche Bestätigung erinnert uns an ein Geschehnis, als Aarons Stab erblühte und Frucht brachte. Jenes Wunder bestätigte ihn als den Hohenpriester und machte den Herausforderungen durch Korah, Dathan, Abiram und ihre rebellische Truppe ein Ende.

Die Wiederbelebung des Landes und die Rückkehr der Juden haben einen weiteren Zweck: Sie verherrlichen den heiligen Namen Gottes, den die Völker gelästert haben mit ihrem Spott, dass Gott sein Volk nicht im Land zu lassen vermochte (vgl. Verse 20-24).

Die „zwei Drittel“ nochmals beleuchtet

Wir haben uns schon früher mit Sacharjas Prophetie (13, 7-9) bezüglich der Auslöschung von zwei Dritteln des jüdischen Volkes befasst – sowie auch mit der weit verbreiteten, christlichen falschen Vorstellung, diese Prophetie erfülle sich erst in der Zukunft. Wir haben gezeigt, dass sich diese Prophetie während der römischen Besatzung vor 2000 Jahren erfüllte und sich nicht auf unsere Zukunft bezieht.

Hier in Hesekiel 36 finden sich weitere Beweise: „Denn siehe, ich will mich wieder zu euch kehren und euch mein Angesicht zuwenden, dass ihr angebaut und besät werdet. Und ich will viele Menschen auf euch wohnen lassen, das ganze Haus Israel insgesamt, und die Städte sollen wieder bewohnt und die Trümmer aufgebaut werden. Ja, ich lasse Menschen und Vieh auf euch zahlreich werden; sie sollen sich mehren und fruchtbar sein. Und ich will euch wieder bewohnt sein lassen wie früher und will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. Ich will wieder Menschen über euch ziehen lassen, nämlich mein Volk Israel; die werden dich besitzen und du sollst ihr Erbteil sein und ihnen die Kinder nicht mehr nehmen“ (Verse 9-12).

Biblische Hinweise machen unmissverständlich deutlich, dass, was Israels Feinde gegen Israel planen oder tun, eben jene Feinde selbst treffen wird.

Das hebräische Wort „leshaklam“ in Vers 12 bedeutet „ihrer beraubt sein“. Die hauptsächliche Verwendung des Wortes (oder seines Wortstammes sh, k, l) ist im Kontext mit einer Mutter, die ihre Kinder durch Tod verliert. Unser Text in Hesekiel, in dem das Land Israel mit einer Mutter verglichen wird, sagt jedoch, dass wenn die Juden zurückkehren, das Land seine Kinder nicht wieder verlieren wird (wie dies bei den babylonischen oder römischen Eroberungen geschah).

Wenn zwei Drittel vernichtet würden, wie einige interpretieren, würde das Land Israel wieder der Mehrheit seines Volkes beraubt – es wäre ein neuer Holocaust, den nur ein Überrest überleben würde. Die Bibel sagt jedoch ausdrücklich, dies wird nicht geschehen.

Verfolgung im Exil, statt in der Sammlung

Ein weiterer Hinweis in Hesekiel bringt Licht in Sacharjas Prophetie. Mit dem Nahen der babylonischen Invasion wurde Hesekiel von Gott befohlen, symbolische Handlungen auszuführen (5, 1-4). Er sollte sich das Haar und den Bart abschneiden und das Abgeschnittene in drei Teile teilen: Ein Drittel sollte er verbrennen, ein Drittel mit seinem Schwert zerteilen und ein Drittel in den Wind zerstreuen. Die Bedeutung war folgende: „Es soll ein Drittel von dir an der Pest sterben und durch Hunger umkommen in deiner Mitte, und das zweite Drittel soll durchs Schwert fallen rings um dich her, und das letzte Drittel will ich in alle Winde zerstreuen und will hinter ihnen her das Schwert ziehen“ (5, 12). Wie Sacharja spricht auch Hesekiel davon, dass zwei Drittel umkommen.

Wann geschieht dies? Die grausame Vernichtung, die Hesekiel vorhersagte, geschieht zu einer Zeit, zu der das jüdische Volk zerstreut ist. Dies wurde kurze Zeit später erfüllt, als die Babylonier einmarschierten, was zum ersten Exil führte.

Man sollte Sacharjas post-babylonische Prophetie ähnlich verstehen, das heißt, als dann geschehend, wenn sie wieder alle verstreut sind. Und, wie wir in früheren HASCHIWAH-Ausgaben zeigten, passierte genau das wieder unter römischer Besatzung. Es ereigneten sich 2 schreckliche Verwüstungen unter dem Volk, jede ging mit einem Exil einher.

Obwohl Israel künftige, apokalyptische Kriege prophezeit werden, wird Gott für Sein Volk streiten und es schützen.

Heute sind wir Zeugen der Sammlung und deren andauernder Erfüllung. Fast die Hälfte aller Juden ist nach Israel zurückgekehrt. Israel ist ein Landwirtschaftswunder, exportiert die Ernte, die dazugehörige Technik und sein Wissen in die ganze Welt. In ganz Israel blüht jetzt die ehemalige Wüste, was bestätigt, dass diese Rückkehr in der Tat Gottes Werk ist. Sogar die Negev-Wüste ist gespickt mit Farmen und Weinbergen. Die Bedeutung von Hesekiels Prophetie in Kapitel 36 wird unmissverständlich sichtbar. Jetzt, da diese von Gott verordnete Rückkehr stattfindet, wird das jüdische Volk nicht mehr dezimiert werden.

Leider werden einige, auf Grund einer falschen Bibel-Exegese und in Unkenntnis des hebräischen Urtextes, weiterhin einen künftigen Holocaust des jüdischen Volkes lehren. Sie wenden Sacharjas Prophetie falsch an und verursachen damit einen direkten Widerspruch zu Hesekiel. Solche Widersprüche gibt es nicht im Wort Gottes. Es ist Zeit, diese Vorstellung abzulegen. Sie ist nicht biblisch.

Wird Gott die Palästinenser vertreiben?

Eine wahre Flut von Büchern bekannter christlicher Vertreter der Ersetzungstheorie, die den christlichen Zionismus entkräften sollen, stellt die Behauptung auf, Gott würde keinen jüdischen Staat errichten, indem er andere Völker vertreibt, konkret die palästinensischen Araber. Das wäre ungerecht, ist ihr humanitäres Argument.

Doch oft korrelieren menschliche Prinzipien nicht mit Gottes Prinzipien.

Es ist eigenartig. Diese Autoren hätten keine Hemmungen zu behaupten, dass Gott das jüdische Volk wegen seiner Sünde aus dem Land Israel vertrieben hat – und das nicht nur einmal, sondern zweimal. Ich vermute, Gott vertreibt nur Juden?

Was sind also Gottes Prinzipien? Erinnert Euch, was Gott zu Israel sagte: „Darum alle, die dich gefressen haben, sollen gefressen werden, und alle, die dich geängstigt haben, sollen alle gefangen weggeführt werden; und die dich beraubt haben, sollen beraubt werden, und alle, die dich geplündert haben, sollen geplündert werden“ (Jer. 30, 16). Diese und andere biblische Hinweise machen unmissverständlich deutlich, dass, was Israels Feinde gegen Israel planen oder tun, eben jene Feinde selbst treffen wird.

Trotz der vorherrschenden, heutigen Darstellung der Palästinenser als Opfer waren sie aktiv in dem Kampf gegen die jüdische Bevölkerung in Palästina in der vorstaatlichen Periode involviert, ebenso während des Unabhängigkeitskrieges und danach. Palästinensisch-arabische Führer stachelten zu Massakern an Juden, Vertreibungen, Pogromen und Terroranschlägen an und ließen diese vom Volk ausführen. Während des 2. Weltkrieges haben sie offen mit Hitler paktiert, und – bis auf wenige Ausnahmen – die arabischen Staaten, die Israel einen Tag nach dessen Unabhängigkeitserklärung angriffen, unterstützt. 1948 und auch 1967 haben arabische Führer einen Völkermord an Israel versprochen. Die palästinensischen Araber sahen sich selbst als die baldigen Begünstigten der konfiszierten Häuser und Wohnungen und des Besitzes der vertriebenen Juden.

Der Ausgang beider Kriege war aber anders als von den Palästinensern erhofft, anders, als von den arabischen Führern geprahlt wurde. Angesichts Gottes Verheißungen für Israel kann man gewiss sagen, die Palästinenser haben geerntet, was sie gesät haben.

Was ist mit einer Vertreibung der Palästinenser? Würde ein gerechter Gott die jüdische Nation in ihr uraltes Land zurückbringen auf Kosten Anderer, die jetzt dort leben? „So spricht der HERR: Wider alle meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das ich meinem Volk Israel ausgeteilt habe: Siehe, ich will sie aus ihrem Lande ausreißen und das Haus Juda aus ihrer Mitte reißen. Und wenn ich sie ausgerissen habe, will ich mich wieder über sie erbarmen und will einen jeden zu seinem Erbteil und in sein Land zurückbringen“ (Jer. 12, 14-15, Hervorhebung durch mich).

Gott spricht von Israel, und noch spezifischer von Jerusalem, als seiner Wohnstätte auf Erden (Ps. 132, 13-14). Die Nachbarn können unmittelbar an Israel angrenzende Länder sein, oder es können alle Länder der Erde sein, da Jerusalem das Zentrum der Erde ist, und alle anderen Nationen drum herum liegen (Hes. 5, 5). Sie werden als böse bezeichnet, da sie es gewagt haben, das Erbe des jüdischen Volkes anzutasten. Dieses Erbe ist das Land (Hes. 36, 12).

Gott reißt die bösen Nachbarn aus. Jene Nationen, die es gewagt haben, das Land Israel anzutasten. Und Er tut sie aus Israel hinweg. Gleichzeitig reißt er das Volk Israel aus den Nationen aus und bringt sie wieder zurück in ihr Land. Eine Transferierung findet statt. Die Juden werden aus dem Exil in das Land Israel umgesiedelt, und die Eindringlinge werden aus Israel ausgesiedelt. Das Wort „ausreißen“ deutet auf einen gewaltsamen Akt durch Gott hin. Es macht die Vorstellung zunichte, das Land würde geteilt (wie dies die Zweistaaten-Lösung vorsieht).

Von arabischen Führern ermutigt, vorübergehend aus der Kriegszone von 1948 zu fliehen, damit die einmarschierenden Armeen ungehindert wüten konnten, sind rund 650.000 Araber aus israelischem Gebiet geflohen. Gleichzeitig wurden über 800.000 Juden gezwungen, arabische Länder wegen Massakern, Pogromen und Zwangsenteignungen durch arabische Regime zu verlassen. Die Tatsache, dass es mehr jüdische Flüchtlinge als palästinensisch-arabische Flüchtlinge gab, wird üblicherweise ignoriert. Die Leute begreifen nicht, dass bereits ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden hat. Die meisten jüdischen Flüchtlinge kamen nach Israel. Genau wie prophezeit, wurden die Völker ausgerissen und umgesiedelt.

Biblische Prophetien werfen ein Licht auf die aktuellen und zukünftigen Ereignisse. Hier können wir nachlesen, was Gottes Wille ist, und uns diesem anpassen, um nicht damit in Konflikt zu stehen. Gott wird alles erfüllen: „Der ich verkündige zuvor, was hernach kommen soll, und von alters her, ehe denn es geschieht, und sage: Mein Ratschluss besteht und ich tue alles, was mir gefälltWas ich sage, das lasse ich kommen; was ich denke, das tue ich auch“ (Jes. 46, 10-11).