– „Bedränge einen Fremden nicht“ (2. Mose 23, 9)

Das Rambam-Krankenhaus in Haifa kümmert sich, wie die meisten Krankenhäuser in Israel, nicht nur um jüdische Patienten. Die Hälfte oder mehr sind Araber.

Und vielleicht noch viel überraschender für unsere Leser ist, dass viele von ihnen Araber aus Gaza, Judäa und Samarien sind (also der Westbank). Im Rambam-Krankenhaus werden jährlich 1200 palästinensische Araber aus diesen Gebieten behandelt.

Dies entging auch nicht der Aufmerksamkeit eines solchen Patienten M., ein hochrangiger Beamte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Er wurde wegen Krebs behandelt und wurde gesund. „Als ich ins Rambam kam, sah ich, wie sich das Ärzteteam um die Patienten kümmerte, aber ich sah auch das Leiden der kranken Kinder“, sagte er zur Jerusalem Post (12.06.17). „Palästinensische, israelische, syrische und andere Kinder werden dort wegen schwerer Krankheiten behandelt und bekommen alle nur erdenkliche Hilfe.“

Aus Dankbarkeit spendete er dem Krankenhaus zehntausende israelische Schekel, für den Bau eines pädiatrischen Onkologie-Zentrums.

Von der ungewöhnlichen Spende eines palästinensischen Arabers an eine jüdische Institution wurde umfassend international berichtet, was die palästinensisch kontrollierte Nachrichtenagentur WAFA dazu brachte, auch einen Artikel darüber zu bringen. Darin wird verneint, dass ein hochrangiger PA-Beamter Geld an ein israelisches Krankenhaus gegeben habe (15.06.17).

Tatsächlich ist die Liste der Verbindungen zwischen palästinensischen und israelischen ärztlichen Institutionen lang, erinnerte die Reporterin Ruthie Blum (Jerusalem Post, 17.04.16):

• Während der Präsident der PA, Mahmoud Abbas, letztes Jahr in ganz Europa unterwegs war, um Anti-Israel-Resolutionen über die UNO voranzutreiben, behandelte man seinen schwerkranken Bruder, Abu Lawi, wegen Krebs. Der in Katar lebende Bruder ging nicht nach London, Paris oder New York zur Behandlung. Er ging in das Assuta Medical Center in Tel Aviv.

• Das ist dasselbe Krankenhaus, in dem Amina, die Frau von Mahmoud Abbas, sich im Sommer 2014 einer Operation unterzog, und ihr Bruder hatte dort im Oktober 2015 eine lebensrettende Herz-OP!

Und was ist mit der Terror-Organisation Hamas in Gaza?

• Im Juni 2014 behandelte man die 68-jährige Schwiegermutter des ehemaligen Hamas-Ministerpräsidenten Ismail Haniyeh nicht in Zürich oder Berlin, sondern im Augusta-Victoria-Krankenhaus in Jerusalem.

• Und im Oktober verbrachte Haniyehs Tochter eine Woche in einem israelischen Krankenhaus. Im November wurde die 60-jährige Schwester von Hamas-Sprecher Moussa Abu Marzouk wegen Krebs behandelt … in Israel.

• Ein Jahr zuvor, im November 2013, wurde Haniyehs 1-jährige Enkelin im Medizinischen Kinderzentrum Schneider in Petah Tikvah in der Nähe von Tel Aviv behandelt.

Da drängt sich förmlich die Frage auf: Warum schicken sie ihre Familien kontinuierlich zur Behandlung in ein Land, das sie zerstören wollen?

Haniyeh und Abbas drückten ihren Dank dadurch aus, dass sie im September 2015 zu einer Messer-Intifada gegen Israel aufriefen. Teil dessen sind hunderte Messerangriffe, das Rammen von Fußgängern mit Autos und Brandanschläge gegen unschuldige Israelis, die bis heute andauern.

Warum hilft Israel Feinden, die ärztliche Hilfe benötigen? Immerhin hat sich Israel 2005 komplett aus dem Gazastreifen zurückgezogen. Welche Verantwortung trägt Israel für die, welche Israels Vernichtung wollen? Wie oft in der Geschichte hat man solches Mitleid erlebt?

Israel hat ein Feldkrankenhaus an der nordöstlichen Grenze errichtet, um tausende Opfer des syrischen Bürgerkriegs zu behandeln. Krankenhäuser in ganz Israel behandeln kostenfrei Muslime, Christen, Araber, Drusen und weitere Opfer solch sinnloser Gewalt. Geschieht dies aus erwarteten kurzfristigen PR-Vorteilen? Aufgrund eines riesigen Fundraising-Plans?

Es ist fundamentaler als das. Es geschieht wegen des biblischen Gebots der Nächstenliebe. In 2. Mose 23, 9 und anderswo heißt es: „Die Fremdlinge sollt ihr nicht unterdrücken; denn ihr wisset um der Fremdlinge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlinge in Ägyptenland gewesen.“ Das ist die Richtschnur.

Die Rabbiner weisen darauf hin, dass in der Thora der Befehl an die Israeliten den Nächsten zu lieben, einmal gegeben ist. Doch es gibt auch 36 Stellen, wo befohlen wird, den Fremden zu lieben.

Und für das jüdische Volk ist dieses Handeln das richtige.

– Red.