David B. Goldberg, M.A.
David B. Goldberg, M.A.

Es war nach Ende des Schabbats und ich hatte gerade fertig gebetet an der Kotel, der uralten Jerusalemer Tempel-Gebetsmauer, wie dies unsere Familie seit einem Vierteljahrhundert tut. Ich hatte die Namen von über 700 Menschen verlesen, die uns kürzlich aus der ganzen Welt kontaktiert hatten. Viele mit dringenden Gebetsanliegen für die Familie oder Freunde.

Diese Stätte, von der die Gebete seit Jahrtausenden himmelwärts gesandt werden, die Wunder und Segnungen bringen, wo Propheten und Apostel gesprochen haben, wo viel biblische Geschichte stattgefunden hat, wo Jesus entlang ging, war still und heilig.

Ich schaute mich um und musste denken, dieser heilige Ort war nicht meiner. Ich, ein Jude, als israelischer Bürger in Jerusalem lebend, gehörte nicht hierher.

Dieser Ort gehörte jetzt einem Volk, das 1920 aus dem Nichts heraus kreiert wurde, herausgeschnitten aus Großsyrien. Ein Volk ohne exklusive Identität, ohne Geschichte, ohne definierbare Grenzen, ohne uralte Führung, ohne Rechtssystem, ohne Literatur, ohne Münzwesen. Verrückt, aber wahr.

Die von US-Präsident Oba-ma initiierte Resolution Nr. 2334 des UN-Sicherheitsrates (vom 23.12.16) beraubt den Heiligen Tempel, die Gebetsmauer (Westmauer), das jüdische Viertel, ja die ganze Altstadt Jerusalems, sowie Judäa und Samarien, der Juden und schenkt sie den „Palästinensern“. Jetzt ist es also soweit. Frohe Weihnachten und Juden raus!

Gleichzeitig geht die völkermordähnliche Vernichtung von Christen, Muslimen und Jesiden im Irak und in Syrien weiter. Russische und syrische Bomben, die auf Krankenhäuser, Schulen und Wasserversorgungszentren abgeworfen werden, sind der Welt keine Aktion wert. Eine halbe Million Tote ernten ein müdes Gähnen.

Amerikas berühmtester Rabbi Shmuley Boteach merkte an: „Ein Völkermord vollzieht sich vor unseren Augen, doch statt ihre Bemühungen auf das Beenden dieser Brutalität in Aleppo [Syrien] zu richten … haben der Präsident und seine Scharen … beschlossen, dass Juden, die in Beit El [in Judäa] Kindertagesstätten bauen, eine größere Gefahr darstellen als Angriffe mit Senfgas und Sarin gegen arabische Kinder in Damaskus.“ (Jerusalem Post, 10.01.17)

Die muslimischen, kommunistischen und westlichen Länder stimmten für die Resolution, die mit 14:0 verabschiedet wurde. Nur die USA enthielten sich clever, wissend, sie könnten dies tun, und die Resolution würde trotzdem verabschiedet werden. Deutschland, Norwegen, Schweden und andere Länder beeilten sich, die Entscheidung zu loben. Und das sollen Israels Freunde sein?

Dann in Paris am 15. Januar, bei einem hastig einberufenen Treffen von Repräsentanten von 70 Ländern, unterstrich die Versammlung ihre Entschlossenheit, Jerusalem zu teilen, wies Israels 3000 Jahre altes Recht auf sein uraltes biblisches Land zurück und stimmte stattdessen den palästinensischen Forderungen zu.

Seit Jahren schreiben wir, dass die Nationen sich gegen Israel wenden. Gibt es daran noch Zweifel?

Man erklärte natürlich schnell, Verhandlungen seien noch immer der beste Weg zum Frieden. Doch es ist klar, dass die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) diese Entscheidungen in allen künftigen Gesprächen als ihre neue Mindest-Forderung für jegliche Verhandlungen nutzen wird.

Israel hat Rechte

Es gibt jedoch unbestreitbare Gründe, warum Jerusalem, Judäa und Samarien zu Israel gehören.

Erstens: Die Araber haben Kriege gegen die Juden begonnen (1948-49, 1956, 1967, 1973 und 1982), und Kriege haben Konsequenzen für die Verlierer.

Zweitens: Das bestehende internationale Recht liefert eine unwiderlegbare Causa dafür, dass das Land Israel gehört.

Internationales Recht ist auf Israels Seite

Die Balfour-Deklaration vom 02.11.1917 enthielt die Zustimmung der britischen Regierung für die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina*.

In der San-Remo-Resolution vom 25.04.1920 übernahmen die vier Hauptverbündeten des 1. Weltkrieges die Balfour-Deklaration.

Am 24.07.1922 rief der Völkerbund Großbritannien als Mandatsherrschaft in der Region dazu auf, die Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina zu fördern. Das Palästina Mandat bedeutet für den Juden das unwiderrufliche Recht, sich überall zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittelmeer im Gebiet Palästinas anzusiedeln.

Und der entscheidende Trumpf ist in der Charta der Vereinten Nationen der Artikel Nr. 80, auch bekannt als Klausel des jüdischen Volkes, der den Juden alle im Palästina-Mandat gewährten Rechte erhält.

De facto ist der gesamte westliche Teil Palästinas zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer (inklusive der „Westbank“ und Gaza!) nach internationalem Recht für eine jüdische Besiedlung freigegeben, bis dies durch ein gesetzlich bindendes Dokument zwischen den relevanten betroffenen Parteien geändert wird.

Und diese rechtlichen Erklärungen sind bis zum heutigen Tage nicht aufgehoben worden.


* Historisch gesehen bezogen sich die Termini „Palästinenser“ und „Palästina“ auf die Juden und ihr uraltes Heimatland. Die Araber verwarfen sie als „zionistische“ Erfindung und bevorzugten die Bezeichnung „syrisch“. Erst Mitte der 1960er rissen die Araber den Terminus an sich – in einem politischen Manöver, Israels Existenzrecht zu unterhöhlen.

Es gibt einen dritten Grund für Israels Recht auf das Land – die Bibel. Bereits 2000 Jahre, bevor es einen einzigen Moslem auf dieser Erde gab, wurde in Jerusalem der Tempel errichtet. Jesus ging in diesen Tempel, ebenso Paulus.

Die Bibel ist auf Israels Seite

  • 170 Mal wird in der Bibel gesagt, das Land werde den Nachkommen Abrahams, Isaaks und Jakob gegeben.
  • 55 Mal bestätigt ein Eid den bedingungslosen Bund.
  • 12 Mal wird der Bund als ewig bezeichnet.

Darunter in: 1. Mo. 12, 7; 13, 15; 15, 7.18; 17, 8; 26, 2-5; 50, 24; 2. Mo. 6, 8; 3. Mo. 20, 24; 4. Mo. 14, 8; 33, 53; 5. Mo. 1, 8.21; 6, 10; Ri. 2, 1; auch Apg. 7, 5; 13, 19.

Was die Nationen anbelangt, die Israel rügen und versuchen, das Land zu zerteilen und zu erobern, warnte Gott durch den Propheten Sacharja: „Und zu der Zeit werde ich gedenken zu vertilgen alle Völker, die wider Jerusalem kamen (12, 9).

Auch der Prophet Joel sagte: „[I]n den Tagen … will ich alle Heiden zusammenbringen und will sie ins Tal Josaphat hinabführen und will mit ihnen daselbst rechten wegen meines Volks und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heiden zerstreut und sich in mein Land geteilt [haben]“ (4, 1-2). Gottes Verheißungen und seine Wahrheit bleiben ewig bestehen.

Fabeln siegen über Fakten

Die heutige Welt hat die palästinensischen Mythen gewählt, beugt sich den Forderungen eines tyrannischen Regimes, das sich als friedliche, nationale Bewegung ausgibt. Die Palästinensische Autonomiebehörde wird keinen jüdischen Staat dulden. Unter dem Regime der PA ist Korruption alltäglich, werden die Nachrichtenmedien kontrolliert, haben Frauen weniger Rechte als Männer, sind Ehrenmorde die Norm, werden die Kinder von klein auf bis ins Erwachsenenalter mit Judenhass indoktriniert, und falls man eine Staatlichkeit erreicht, wird darin kein Jude leben dürfen – es soll ethnisch gesäubert werden, judenrein sein. 

Ironischerweise gibt es in einer aus den Fugen geratenen Welt, in der Fakten und Fabeln austauschbar sind, ein neues Wort: Die Wörterbücher Oxford Dictionaries kürten „Post-Wahrheit“ als Wort des Jahres 2016, ein Jahr, in dem „Fake News“ (falsche Nachrichten) in Mode kamen.

Israel ist furchtlos

Israel sollte sich nicht fürchten, sagt der bedeutende Historiker Victor Davis Hanson (Hoover Institute, Stanford University): „Der Nahe Osten, der das demokratische Israel umgibt, ist ein Alptraum … Und doch ist Israel in diesem ganzen Chaos irgendwie in seiner besten geostrategischen Position seit Jahrzehnten“ (National Review Online, 29.12.16). „Ein weitaus stärkeres Israel … hat mehr Gelegenheiten, als zu jedem anderen Zeitpunkt in seiner Geschichte.“ Israel ist kurz davor, ein Netto-Exporteur von Gas und Öl zu werden. Viele arabische Staaten sehen Israel jetzt als einen mächtigen Verbündeten gegen den Iran. Der neue US-Präsident soll israelfreundlicher sein als jeder andere Präsident der letzten Jahre.

Und schließlich hat der Prophet Jeremia tröstlicherweise einen Tag vorausgesagt, an dem die Nationen „Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem. Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen“ (3, 17).