Dr. Herbert Hillel Goldberg
Dr. Herbert Hillel Goldberg

In den 1970er Jahren habe ich quer durch Kanada und die USA besonders über Eschatologie (Endzeitthemen) gesprochen. In dem Zusammenhang behandelte ich auch die Kapitel 38 und 39 des Propheten Hesekiel im Detail. Es geht dort um den Angriff des Gog von Magog und etlicher Allierter von ihm aus dem Norden gegen „das vom Schwert wiedergebrachte und aus vielen Völkern zusammengekommene Volk Israel auf den Bergen“ (38, 8). Sowohl unter Juden als auch evangelikalen Christen sind viele, die sehen in diesem feindlichen Einfall Russland zusammen mit den in diesen Kapiteln genannten Ländern. Hierüber gibt es bei vielen Bibelkennern keinen Zweifel.

Vor nun fast einem halben Jahrhundert habe ich also in detaillierter Exegese auf eine Invasion hingewiesen, die in biblischer Prophetie gesehen wurde. Heute kann man die Entwicklung bereits vergegenwärtigen. Das möchte ich betonen. Du, lieber Leser, kannst selber in den erwähnten 2 Kapiteln über die Geschehnisse lesen. Die Beschreibung ist natürlich im Rahmen der zur Zeit des Propheten bekannten Kraftwirkungen; wenn man z.B. früher von Pferden oder Ross und Wagen sprach, können wir das in unserer Zeit mit motorisierten PS vergleichen. Ebenso sind Invasoren nicht speziell mit Schwert, Spieß und Tartsche ausgerüstet, sondern die Angriffe geschehen durch ferngesteuerte Waffen der Massenvernichtung.

Ich will heute die Aufmerksamkeit direkt auf die sichtbaren Umstände lenken: Russland ist jetzt im Nahen Osten militärisch stark verkörpert im Irak, in Syrien und Persien (Iran). Hier sind russische Ausbilder, Kämpfer und Waffen. Russlands Außenminister rühmte neulich: „Schon einen Tag nach Anforderung war Moskau nicht müßig, sondern wir sandten 25 Suchoi-Kampfflugzeuge nach Irak.“ Syrien erhielt so viele russische Panzer, dass es eine Ausstattung davon an die Hisballah im Libanon liefern will.

Russische Piloten fliegen russische Suchoi-Kampfflugzeuge der Höchstklassen in Syrien und schießen Cruisemissile von Schiffen gegen von der amerikanischen CIA ausgebildete Anti-Assad-Rebellen. Syriens Diktator Bashar Assad, der fast 300.000 Todesopfer und 8 Millionen Flüchtlinge unter seinem eigenen Volk verursacht hat, wird von Russland unterstützt. Das sind alles bereits russische Kampfhandlungen in unmittelbarer Nähe Israels.

Hat Amerika im Nahen Osten ausgespielt?

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Das Verhältnis zwischen Ägypten und Russland war seit Jahrzehnten warm und kalt, dagegen unterstützten die USA Ägypten jährlich mit Milliarden Dollar. Kürzlich haben jedoch das Staatsoberhaupt Ägyptens wie auch das der Vereinigten Arabischen Emirate (UAE) und der König Jordaniens den Präsidenten Wladimir Putin in Moskau besucht. Die Interessen nehmen zu und Russland nimmt jede Gelegenheit als freie Bahn wahr.

Die USA haben durch mangelhafte Außenpolitik im Nahen Osten an Macht, Einfluss und Vertrauen verloren. Israel ist hier noch als einziger demokratischer Staat treuer Verbündeter Amerikas. Kann Israel sich aber auf seinen Bundespartner verlassen? Daran besteht heute berechtigter Zweifel. „Aber Israel hoffe auf den Herrn; der ist ihre Hilfe und Schild“ (Ps. 115, 9). 

Mit der Erkenntnis des prophetischen Wortes brauchen wir nur die Gegenwart zu beachten, um den Angriff gegen Israel vorauszusehen. Man kann sich auch leicht vorstellen, welchen Zuspruch Russland bei den arabischen und islamischen selbsterklärten Todfeinden Israels erhalten würde, wenn es den Judenstaat eliminierte. So viele haben gerade das Ende der Juden versucht, die für alle Unruhen in der Welt verantwortlich gemacht werden. Das ist auch heute wieder der Fall, und Putin hat bereits scheinheilig Weltfriedenshoffnungen ausgedrückt mit seinen „Friedensbemühungen“ im Nahen Osten. Er deutete auf seine militärischen Kampfeinsätze in Syrien hin. Und was ist das Nächste?

Wie nahe ist das?

Der Angriff des Gog von Magog wird kommen, es ist nur die Frage: Wann? Natürlich, wenn die Juden vornehmlich im Lande sind. Darüber gibt es viele Bibelhinweise. Auch in genau dem vorhergehenden Kapitel Hesekiel 37, Vers 21 lesen wir: „Siehe, ich will die Kinder Israel holen aus den Heiden, dahin sie gezogen sind, und will sie allenthalben sammeln und will sie wieder in ihr Land bringen.“

Es ist wichtig zu wissen, dass Israel heute mit über 6 Millionen Juden die größte Judenanzahl irgendeines Landes der Welt hat. Das ist prophetische Erfüllung. Auch der Rest wird heimkommen, was die Feinde Israels durch weitere Minimalisierung des übrig gebliebenen Landes zu verhindern versuchen.

Aber wie kann Israel gegen einen Angriff einer solchen Weltmacht wie Russland bestehen bleiben? Ich will nur auf das Ende der Angreifer hinweisen, denn auch das ist bereits von Gott vorausgesagt: „Es wird geschehen zu der Zeit, wann Gog kommen wird über das Land Israel, spricht der Herr Herr, wird heraufziehen mein Zorn in meinem Grimm … Und ich will ihn richten mit Pestilenz und Blut und will regnen lassen Platzregen mit Schloßen. Feuer und Schwefel über ihn und sein Heer und über das große Volk, das mit ihm ist“ (38, 18.22).

Man hat mich oft gefragt, ob das auf eine Verteidigung Israels mit nuklearen Waffen hindeutet. Ich würde die Möglichkeit nicht ausschließen, glaube auch, dass Israel die hat. Ich habe aber gewöhnlich geantwortet, dass der Gott, der Feuer über Sodom und Gomorra regnen ließ, noch mehr von der Art besitzt. Gottes Kampf gegen Gog von Magog und Mitangreifer hat einen besonderen Zweck: „Also will ich denn herrlich, heilig und bekannt werden vor vielen Heiden, dass sie erfahren sollen, dass ich der Herr bin“ (V. 23).

Ich möchte hier noch sagen, dass ich bei eschatologischen Themen nie spekulativ vorgehe. Ich denke da auch an eine Personenbezeichnung wie beispielsweise Antichrist. Wenn aber ein kommender Überfall sich so sichtbar andeutet, muss man es als Zeichen der Zeit beachten. Auch möchte ich sagen, dass man dies nicht als letzten Krieg ansehen sollte und auch nicht mit der oft zitierten Schlacht von Harmagedon verwechseln soll. Der oben beschriebene Krieg spielt sich auf den Bergen ab und besteht aus einer begrenzten Zahl von Nationen, die andere Schlacht soll im Talbereich von Megiddo geschehen und von allen Völkern der Erde gegen Israel vertreten sein.

Die Zeit eilt!

Als nach dem 2. Weltkrieg die Grausamkeiten des Holocaust allgemein bekannt wurden, sagte mancher: „Ach, hätte ich den Juden doch nur geholfen! Nun ist es zu spät!“ Lieber Leser, Du weißt, was im Kommen ist. Du hörst wieder Antisemitismus in Deiner Umgebung. Willst Du helfen? Jetzt, bevor der Krieg beginnt?

Wir haben seit Jahrzehnten keinen Aufruf für größere Opfer gemacht. Wir könnten aber solche in Israel vor Gott und Menschen gewissenhaft verwenden. Bibelgetreue sprechen oft von Entrückung der Gläubigen; möchten die aber irdische Werte zurücklassen oder damit Schätze im Himmel sammeln? Das ist eine berechtigte Frage. Du willst nicht enttäuschen und willst auch nicht enttäuscht werden.

Ich wage es demütig, Dir einen Weg zu zeigen, Gottes Geist wird Dich leiten: Lema’an  Zion – um Zions willen (Jes. 62, 1-2) – existiert als gesetzlich anerkannte gemeinnützige Körperschaft seit 1972. Unsere Aufgaben sind Hasbarah (Aufklärung, Verkündigung der Wahrheit); Tefilah (Fürbitte an der Tempel-Gebetsmauer in Jerusalem und seelsorgliche Korrespondenz weltweit); Zedakah (Hilfeleistungen für Bedürftige in Israel). In unserer Quartalsschrift HASCHIWAH geben wir pflichtbewusst Berichte auch in Zahlen. Unsere Familie dient Gott bereits in vierter Generation. Wir waren selber vom Holocaust betroffen, haben noch schmerzliche Erinnerungen und verstehen die Leidenden heutzutage, haben tiefes Mitgefühl und wollen helfen.

Bei meinen Dienstreisen rund um die Welt sah ich in Gottesdiensträumen besonders evangelikaler Gemeinden einige Male vorne eine Aufschrift: „Eile, rette deine Seele!“ Ich wusste den Sinn, wurde aber auch an einen internationalen Ausdruck „SOS“ (save our souls) erinnert. 

Ich möchte dies etwas umschreiben: „Die Sache des Herrn eilt!“ Wir haben in Israel Kranke, Verwundete, Schwache, Arme, Hilfsbedürftige. Denen möchten wir die wankenden Arme stützen. Deine Hilfe, heute, so lange es Tag ist, kann ihnen für die kommende Zeit Stärkung sein. Wir haben auch eine weltumfassende Mitteilung auszurichten, eine Botschaft der Güte Gottes und der Warnung zu bringen. Die Zeit des Herrn eilt. Eilst Du?